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Dampflok SBB E 3/3 8474 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, 19. Juni 2009 um 19:59 Uhr

Allgemeines zum Typ E 3/3

1896 bestellte die Schweizerische Centralbahn (SCB) bei der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) zehn Stück einer weiter entwickelten dreiachsigen Rangierlokomotive mit Nassdampf-Zwillingsantrieb.

SBB_E33_8485

SBB E 3/3 8485 - Werksfoto SLM Winterthur

Da die neue Lok ihren Dienst zur Zufriedenheit leistete, wurden bis zur Verstaatlichung im Jahre 1902 total 25 Maschinen dieses Typs in Dienst gestellt. Von den ehemaligen Privatbahnen NOB (Nord–Ost-Bahn), SCB (Schweiz. Centralbahn) und JS (Jura–Simplon-Bahn) übernahmen die Bundesbahnen in den Jahren 1902/03 61 Stück 3/3-gekuppelter Rangierlokomotiven.

Drei weitere noch durch die SCB bestellte Loks wurden 1902 direkt an die SBB geliefert. Im Gegensatz zu den bisherigen SCB E 3/3 wiesen die drei ein Führerhaus auf wie es 1901 bei zehn fast baugleichen an die Jura-Simplon Bahn (J-S) gelieferten E 3/3 gebaut worden war.

Wie diejenige der Streckenlokomotiven, so genügte auch der Bestand dieser Maschinen keineswegs und musste sofort erweitert werden, um allmählich alle Bahnhöfe, grösseren Stationen und Anschlussanlagen mit einer beweglichen und starken Verschubmaschine auszurüsten und die zum Teil in diesem Dienst noch in Verwendung stehenden, vom Streckendienst zurückgezogenen älteren Zugslokomotiven zu ersetzen.

Da der Mangel an leistungsfähigen Rangierloks gross war, liess die SBB bereits 1903 eine erste Serie SBB E 3/3 bauen, acht weitere folgten. Es wurde die im Jahre 1896 für die SCB entworfene Ausführung, die im Jahre 1901 auch von der JS angenommen worden war, weitergebaut.

Die ersten von der SBB bestellten E 3/3, die vom Personal den Übernamen «Tiger» oder «Tigerli» erhielten, unterschieden sich äusserlich praktisch nur durch ein anderes Führerhaus von den ehemaligen "Privatbahnlokomotiven". Während der gesamten Produktionsdauer, welche sich bis 1915 erstreckte, flossen aber nach und nach diverse Änderungen und Verbesserungen ein.

  • Durch Verminderung der Siederohre wurde die Heizfläche von Nr. 8459 an etwas verkleinert.
  • Von Nr. 8471 an wurde durch stärkeren Rahmen und die Einrichtung der Westinghousebremse das Dienstgewicht um 1,4 t erhöht.
  • Die Nrm. 8478–81, 8519, 8520 erhielten für den Einsatz in Basel-St. Johann einen vergrösserten, bis auf Dachhöhe reichenden Kohlenkasten.
  • Von 8480 an mit Vergrösserung des Achsstandes von 3120 auf 3320 mm der hintere Kesselüberhang beseitigt und der Führerstand etwas verlängert.
  • Von 8486 an kam die bekannte vordere Rangierplattform mit Fusstritten, Griff- und Geländerstangen für das Rangierpersonal dazu; letztere wurden am Führerstand verbessert und später bei allen bereits im Dienst stehenden Loks dieses Typs nachträglich montiert.
  • Die Handbremse mit Exterhebel wurde ca. von 1907 an 8klötzig auf die mittlere und hintere Achse wirkend ausgeführt und auch die früheren Nummern, mit bisher je 1 Klotz auf jedes Rad, dahin abgeändert.
  • Die Nr. 8471–8481, 8494, 8495, 8511–8518, 8526, 8528 und 8529 waren mit Westinghousebremse mit Wirkung, die übrigen Nummern ohne Wirkung auf die Triebräder versehen; die Nr. 8519–8523 besassen auch Einrichtung für Regulierbremse.
  • Die Nr. 8459, 8460, 8471–8481, 8488–8495, 8503 bis 8505, 8513, 8524, 8525, 8528, 8529 waren mit Geschwindigkeitsmesser nach Hasler (7 Stück nach Klose) versehen und für den Dienst auf der Strecke ausgerüstet, wobei sie mit 50 km/Std. Geschwindigkeit verkehren durften.
  • Vom Jahre 1935 an wurde auch damit begonnen, die bereits mit Triebradbremse versehenen Nummern für einmännige Bedienung einzurichten; der zur besseren Handhabung am Regulatorhebel angebrachte Auslegergriff wurde auch nach links eingerichtet, daselbst wurde das Kühn'sche Rangierbremsventil und beidseitig der Druckluftsander angebracht. Fusstritte für das Rangierpersonal wurden auch neben und über den Zylindern angeordnet und mit Griff- und Geländerstangen versehen.
  • Eine Anzahl dieser Lokomotiven erhielt während des Weltkrieges Acetylenbeleuchtung, die aber später wieder entfernt wurde.
Die Kreiszuteilung war die folgende:
  • Nrn. 8456–8462, 8491–8493, 8503–8505, 8524, 8525: Kreis I, Unterhalt in Yverdon
  • Nrn. 8451–8455, 8463–8470, 8482–8488, 8496 bis 8500, 8506–8513: Kreis II, Unterhalt in Olten
  • Nrn. 8471–8475, 8489–8490, 8514–8518, 8526 bis 8527, 8531–8533: Kreis III, Unterhalt in Zürich
  • Nrn. 8476–8481, 8494–8495, 8528–8530: Kreis IV, Unterhalt in Rorschach
  • Nrn. 8501, 8502, 8519–8523: Kreis V, Unterhalt in Bellinzona

Die Romanshorner Lok E 3/3 8474

Bei der Rangierlokomotive 8474 handelt es sich um eine E 3/3 der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinen Fabrik Winterthur (SLM). Die Maschine wurde 1907 von der SBB in Betrieb gesetzt und war insbesondere im Rangier- und Trajektbetrieb in Romanshorn eingesetzt. Nach der Ausserbetriebsetzung durch die SBB wurde sie von der Schweizerischen Reederei übernommen und im Basler Rheinhafen eingesetzt. Sie wurde 1977 ausser Betrieb gestellt, ging in Privatbesitz über und wurde konserviert.

SBB_E33_8474

Die ehemalige SBB E 3/3 8474 in der aktuellen Lackierung der Schweiz. Reederei im Locorama

SBB E 3/3 8474: Technische Daten

Baujahr    
1907
Hersteller    
SLM Nr. 1805
Mittlere Tara 35.0 t
Radstand 3.120 m
Länge über Puffer 8.495 m
Triebraddurchmesser    
1.040 m
Dampfdruck    
12 Bar
Wasservorräte    
4.2 m3
Kohlevorräte    
1.7 t
Höchstgeschwindigkeit    
45-50 km/h










 

 

Quellen:

  • Website der Historischen Eisenbahn-Gesellschaft HEG
  • "Der Dampfbetrieb der Schweizerischen Eisenbahnen 1847–1966", Alfred Moser
  • "75 Jahre Sursee–Triengen-Bahn", offizielle Festschrift, Daniel Zumbühl, Verlag Ernst B. Leutwiler, Zürich, 1987
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 15. November 2009 um 13:02 Uhr
 
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